7. Juli 2010

Flugzeug über der Nordsee

Gleich landen wir in Edinburgh. Die zwei Stunden vergehen (wie) im Flug. Nur die Abfertigung in Schönefeld war langwierig. Komisch war, all die aus Schottland zurückkehrenden Passagiere zu sehen, wie sie bei 32 Grad im Schatten in langen Jeans, dicken Pullis und großen schweren Wanderschuhen die Gangway hinab stapften…

Die Flugzeugreinigung wirbelte im Schnellgang durch die Kabine. Deshalb sitze ich auf einem Kaugummi, den mein Vorpassagier mir hinterlassen hat. Naja, ich habe natürlich versucht, ihn zu entfernen, konnte ihn aber nur notdürftig so breit schmieren, dass ich hoffentlich nicht kleben bleibe.

Zehn Uhr abends. Edinburgh.

Deutschland hat gegen Spanien 0:1 verloren und ist im Halbfinale aus der WM geflogen. Katja und die Kinder schlafen. Meine Zeit zum Schreiben. Nach Berlin und Edinburgh sehnen wir uns wohl alle ein bißchen nach Ruhe auf dem Land oder in der Wildnis. Immerhin geht die Fahrt morgen Richtung Westen. Argyll hatte ich auch 1996 mit der Uni-Exkursion schon besucht. Bis jetzt sind noch keine Stopps geplant, aber es reizt mich, den tausend Jahre alten Steinhaufen wieder zu finden, auf dem ich damals mit Andreas stand. Wir lehnten uns in die steife Brise und ließen den Wind mit unseren offenen Mündern seine eigenartige schottische Symphonie komponieren. Naja, zumindest konnten wir auf die Art und Weise pfeifende Geräusche erzeugen.Das mit dem Wind hat sich nicht geändert. Daran wird es wohl in Schottland nie mangeln.

Gekritzel no. 2 - Die Kinder sind fasziniert von der gigantischen Zahl der Schornsteine auf den schottischen Häusern.

Trotz unserer urbanen Übersättigung werden wir wohl morgen mindestens den halben Tag noch in der Stadt verbringen. Zunächst wird Theo in den Waterstone’s Buchladen gehen und sein Portemonnaie abholen, das er dort heute liegen gelassen hat.

Schön wäre auch eine kleine Stadtwanderung auf einen der Hügel: Calton Hill, der sich gleich hier neben der Jugendherberge erhebt und dem ich direkt aus dem Fenster heraus “gute Nacht” sagen kann; oder eben Holyrood Park und Arthur’s Seat. Das wäre dann etwas weiter dafür sicher spektakulärer.

Autofahren war wieder mal (nach Irland) eine eigene Geschichte. Gleich die erste Fahrt richtig rein in die große Stadt – das muss eigentlich nicht sein. Arme Katja, die ich glaub ich zweimal ziemlich unbeherrscht angeschnauzt habe. Dabei hatte ich mich eigentlich nur über mich selber geärgert, als mir einfiel, dass ich vor lauter Konzentration darauf, mit links zu schalten, ganz vergessen hatte, dass das Auto auf der linken Seite so breit ist… Im Übrigen fahren wir – wie daheim – Ford Mondeo, nur dass der schottische hier neu und sauber ist.

Das witzigste Erlebnis des Tages bekommt einen eigenen Post.

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