13. Juli 2010

Fairy Glen. Transkultureller Highlandimbiss. Schafjagd.

Ein aus Steinen in die schottischen Wiesen gelegtes Akronym. Es gehört noch ein Fragezeichen dazu. Für den neuen Bruder.

Bei herrlichem Sonnenschein sind wir wieder im verzauberten Fairy Glen. Während Katja und ich auf dem höchsten Felsen hocken und die Aussicht genießen – nur die großen Schwärme der Minifliegen sind eine Plage – arbeiten die Kinder an ihrer steinernen Hinterlassenschaft für das Tal. Kann man das schon Land Art nennen?

Nach zweieinhalb Stunden brechen wir vom Fairy Glen auf um weiter westlich mehr grandiose Küstenlandschaft zu sehen. Kurios: Am kleinen Parkplatz oberhalb Staffin Bay steht ein kleiner Imbissstand, wo Katja eine Fajita isst. Man stellt sich eigentlich einen langhaarigen bärtigen Schotten im Kilt vor, der dort ein frisch geschlachtetes Schaf ausnimmt und in einem großen Kessel über einem Torffeuer sein Haggis kocht. Die richtige Kulisse war dort jedenfalls vorhanden. Aber die Schotten scheren sich einen Dreck um unsere Vorurteile. Stattdessen knattert eben den ganzen Tag ein kleiner Generator, der den Strom für die internationale Finger Food Cuisine liefert.

In der kleinen Familiengerberei Skye Skyns werden fertig bearbeitete Felle von der Inhaberin geprüft.

Einen weitern Punkt haben wir noch auf unserem Tagesprogramm. Glücklicherweise wird das Wetter etwas schlechter, so dass wir ruhigen Gewissens ins Auto steigen und Richtung Waternish-Halbinsel aufbrechen. Wir besuchen die Skye Skyns – keine kahlgeschorenen Rabauken, sonderneine kleine Gerberei, die sich auf die Produktion von Schaffellen aller Art spezialisiert hat. Die Chefin führt uns durch die Werkstätten und erklärt den Fertigungsprozess an Maschinen, deren manche seit über hundert Jahren in Betrieb sind. Danach zeigt sie uns im Dachboden die riesige Auswahl von Schaffellen. Für das neue Baby suchen wir uns ein dunkelbraun bis golden schimmerndes Hebridean aus. Allerdings schon fertig gegerbt, gewalkt, geschliffen. Das Schlachtmesser haben wir umsonst mit.

Mit annähernd gleichem Geschäftsmodell (Laden cum Schauwerkstatt) existiert zwei Kilometer weiter ein Wolleladen, wo wir – zu ziemlich unverschämten Preisen – das Garn für Baby Boys Wintermütze kaufen. Aber immerhin wurde uns die Färberei vorgeführt.

Wie von selbst versteht sich, dass wir die ganze Zeit durch atemberaubende Küstenlandschaft fahren.

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