15. Juli 2010. Malham, England

Abschied von Uig. Fort Augustus. Loch Ness. Aviemore.  Dumfries. Yorkshire.

The Skye Bridge verbindet die Insel seit 1995 mit dem Festland.

Schon der atemberaubende Sonnenuntergang über der Bucht stimmt wehmütig. Der Abschied von Uig ist der erste, der schwer fällt. Ein, zwei weitere Nächte hätten wir es dort gut und gern ausgehalten. Nach der Abreise der französischen Teenager wird die Herbergsmutter entspannter, gesprächiger und gibt jede Menge Tipps. So solle man sich z.B. die horrenden Preise für die Delfin-Touren sparen und lieber einfach die Fähre nach Lewis nehmen. Einmal hin und zurück, das sei eine hervorragende Strecke zur Beobachtung der Meeressäuger. Leider ist unsere Zeit um. Auch auf Skye selbst gab es noch viel zu entdecken. Und eigentlich kann man jedes der landschaftlichen Highlights immer wieder neu kennenlernen: bei verschiedenem Wetter, zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Aber weiter geht’s über die Skye Bridge aufs Festland.

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Malham. Malerisches Dorf in North Yorkshire

Zwei Tage mit viel Fahrerei liegen hinter uns. Wir befinden uns mitten in den Yorkshire Dales in einem Dorf namens Malham. Es muss eins der schönsten Dörfer Englands sein mit seinem kleinen Bach, dem village green, zwei Pubs und sonst nicht viel mehr. Die Häuser aus grobem Kalkstein gemauert, die Straßen eng und gewunden und der Schafe viele. Hier trafen wir heute Abend ein und mit Dan und Carl zusammen, die sich um die Ecke von unserer Jugendherberge in ein B&B eingemietet haben.

Zuvor waren wir heute rund 600 km  gefahren. Von Aviemore gegen halb elf aufgebrochen ging es – bis auf eine kleine Pause – nonstop nach Dumfries. Zwar bedeutete das einen Umweg. Doch für eine längere Picknickpause ist das Städtchen der perfekte Ort: ein gut gepflegter Park am Flussufer mit Kinderspielplatz und Picknickbänken, dazu Sonnenschein und ein schöner Panoramablick auf das Stadtzentrum am anderen Ufer. So gestärkt und erfrischt nahmen wir gegen halb vier die letzten knapp zweieinhalb Stunden nach Malham unter die Hufe.

Katja, Emil und Theo waren ruckzuck eingeschlafen. Das war mir ganz recht, denn so konnte ich auf der Achterbahnfahrt durch North Yorkshire Kate Bushs Wuthering Heights auf repeat hören. Nach allem was ich bisher – auf meinem ersten Englandbesuch wohlgemerkt – gesehen habe, ist der Norden wahrlich ein hervorragender Startpunkt, dieses Land kennen zu lernen.

Doch um hierher zu gelangen war ja noch ein wichtiger Programmpunkt in Schottland zu erledigen gewesen: Loch Ness.

Funktionsweise einer Schleusentreppe - Klick für höhere Auflösung

Wir verließen Skye über die Brücke und folgten dem Ufer des Loch Alsh, vorbei an Eilean Donan Castle – der Schottlandpostkarte schlechthin – durch nie aufhörende spektakuläre Berglandschaft (und ebenso nie aufhörenden Regen). Dann steuerten wir Fort Augustus an, eine wichtige Schleusentreppe auf dem Caledonian Canal. Die Schleusen in Betrieb zu sehen war toll. Der Lunch im “The Lock Inn” war etwas überteuert (und komisch: wieder mal Pommes zu Theos Nudeln).

Foyers and Loch Ness Map

Von Fort Augustus entschieden wir uns für die süd-östliche Erkundung des Loch. Das erwies sich als schwieriger als gedacht. Zunächst parkten wir am Postamt/Tante-Emma-Laden von Foyers. Dort beginnt ein Wanderweg zu den Foyers Falls Wasserfällen. Der Weg zum Ufer des Loch war jedoch noch recht weit, so dass Katja und Theo schon auf dem Weg zurück zum Auto waren, als Emil und ich die fotokopierte Karte eines Loch-Anrainers entdeckten. Damit fanden wir schneller zum Auto zurück als die beiden anderen. Die Karte zeigte uns auch den Weg zur Anlegestelle von Foyers: ein wirklich guter Ort, um den Pflichtbesuch ohne großes Visitors’ Centre zu erledigen.

Die Jugendherberge von Aviemore war besonders für Emil und Theo ein Highlight. Endlich gab es andere Kinder! Bis nach um zehn spielten sie Fänger mit den Jungs und Mädchen aus Holland und Schottland.

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