Fisher

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Kate Fox schreibt in ihrem wunderbaren Band Watching the English, dass es für Engländer keine größere Sünde gibt, als sich selbst zu ernst zu nehmen. Wie könnte man den berühmten Englischen Sinn für Humor testen?

Die meisten unserer neuen Bekanntschaften hier in England, größtenteils Eltern der Klassenkameraden von Emil und Theo, fragen nach, wie es denn kommt, dass wir acht Wochen hier in ihrem netten Dorf verbringen. So direkt wird diese Frage natürlich nicht gestellt. Eher so: “Seid ihr wegen deiner Arbeit hier oder wegen der deiner Frau?” Meine Standardantwort lautet dann. “Ich fürchte, dass wir zur Zeit gar nicht arbeiten.” Und dann muss ich die deutsche Elternzeit erklären: zwölf Monate, unter bestimmten Bedingungen vierzehn, so viel für die Mutter, so viel für den Vater, nacheinander oder zusammen, … viele viele Fragen. Und ja, wir schätzen uns sehr glücklich. Das zum fünfzehnten Mal erklären wird öde.

Wenn das nächste Mal die Sprache auf dieses Thema kommt, habe ich mir vorgenommen anders zu antworten: “Ich war verdeckter Ermittler bei den Ostdeutschen Neonazi Kameradschaften. Aber ich wurde enttarnt und jetzt bin ich im Zeugenschutzprogramm. Naja, wenigstens habe ich jetzt mehr Zeit für die Kinder.”

Oder so: “Naja, eigentlich bin ich Drogenhändler aus Ostdeutschland. In letzter Zeit gab es Drohungen gegen meine Familie. Die Russenmafia steckt dahinter. Ich dachte es sei das beste, für eine Weile unterzutauchen, bis Gras über die ganze Sache gewachsen ist. Also zwei Monate hier, dann zwei in Schottland, dann im Mittelmeerraum. Ach herrje, jetzt hab ich mich aber verquatscht. Jetzt muss ich Sie leider umbringen.”

Ich erzähl dann hier wie das ganze ausging.

One Response to “Fisher”

  1. blog.kurpierz.de » Blog Archive » Fisher (English version) Says:

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