Fair Isle

My England reading list | Meine England-Leseliste


Kate Fox, Watching the English. The Hidden Rules of English Behaviour, 2005. My number one on the reading list. Kate Fox writes about her own research largely conducted by herself as her own guinea pig. Hilarious when she describes her attempts at working up the courage to jump a queue for the umpthieth time in one day; very informative when she takes the visitor by the hand and guides him through the intricacies of the behavioural protocol in pubs; slightly discouraging whenever she hints at the subtleties and thin lines along which the English sense of humour expresses itself. Of course it is an indispensible volume on the path to an understanding of Englishness. For example, it helped me understand why I find English movies and tv-shows  so much more amusing than their American counterparts. However, as I said above, for a continental heading to England for a longer period of time it can be quite discouraging to find out about all the booby traps hidden in the web of social interaction with the English.

Meine Nummer eins auf der Leseliste. Kate Fox schreibt über ihre eigene Forschung, bei der sie selbst normalerweise sowohl die Wissenschaftlerin als auch das Versuchskaninchen gibt. Urkomisch, wenn sie beschreibt, wie sie sich Mut zuredet, zum x-ten Mal am gleichen Tag sich bei einer Menschenschlange vorzudrängeln; sehr informativ, wenn sie den Englandbesucher bei der Hand nimmt und ihm die Unwägbarkeiten der Benimmregeln in englischen Pubs erklärt; leicht entmutigend, wo immer sie auf die feinen Unterschiede und schmalen Grate hinweist, auf denen sich der englische Sinn für Humor Ausdruck verschafft. Fox’ Band half mir verstehen, warum ich englische Filme und Fernsehshows so viel lustiger finde als ihre amerikanischen Gegenstücke. Dennoch, wie oben angedeutet, für einen vom Kontinent, der sich für längere Zeit nach England aufmacht, kann es schon leicht entmutigend sein, von all den Fallstricken zu lesen, aus denen das Netz der sozialen Interaktion mit den Engländern gewebt ist.


Stuart Maconie, Adventures on the High Teas. In Search of Middle England, 2009. Maconie does not claim to be scientific. He is just a travel writer. But he is so much more than that. Travelling his own country he clearly has a lot more insight into what makes the English English than someone from abroad ever could attain. Starting from Englands topographical centre he moves on to its musical and literature centres. Just like Kate Fox, Stuart Maconie is in a double role. But unlike the author of Watching the English, Maconie does not explicitly analyse his troubles with being at participant and observer of Englishness at the same time. Instead the reader witnesses his constand struggle with love for and aversion to the adventures he finds. Although his book is no traditional guide book, it can be a good companion for travelling England. For example, it enriched our stay in Buxton last year (18. Juli und 19. Juli 2010) to no small extend.

Maconie hat keinen wissenschaftlichen Anspruch. Er ist Reiseschriftsteller. Aber auch so viel mehr als das. Auf seinen Reisen durch das eigene Land hat er viel mehr Einblick in die Seele Englands als ein Fremder je zu erreichen vermag. Maconie beginnt seine Reisen an Englands geografischem Mittelpunkt und besucht danach andere thematische Zentren, so das der Musik und das der Literatur. Wie Kate Fox hat auch Stuart Maconie eine Doppelrolle. Aber anders als die Autorin von Watching the English versucht Maconie nicht, seine Rolle als Subjekt und Objekt der eigenen Beobachtungen zu analysieren. Stattdessen wird der Leser Zeuge seines ständigen Kampfes mit der Liebe und Abneigung, die er auf seinen Erlebnissen immer wieder erfährt. Obwohl es eigentlich kein klassischer Reiseführer ist, gibt Adventures on the High Teas einen hervorragenden Begleiter ab. So hat Maconie’s Kapitel über Buxton unseren eigenen Besuch dort (18. Juli und 19. Juli 2010) in nicht geringem Maß bereichert.


Presently I am reading Maconie’s next travel book on England: Stuart Maconie, Hope and Glory. The Days That Made Britain, 2011. Personally I find this volume even  more enjoyable. The author chose one day in each decade from the twentieth century. In each case it is a day that has thoroughly shaped Britain and British identity. He then visits the places in Britain where these historic events took place. Why are things in Britain the way they are? This question is leitmotif in both books but the answers become much more palplable here because they are connected to historic events that still overshadow present day Britain, or in case of positive events still shine their light today. It is both a travel and a history book full of humour, and compassion.

Im Moment lese ich gerade Maconies nächstes Reisebuch über England, Hope and Glory. The Days That Made Britain. Persönlich gefällt mir dieser Band sogar besser als der andere. Der Autor hat sich aus jedem Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts einen Tag ausgesucht. Jedesmal handelt es sich um einen Tag, der Großbritannien und die britische Identität nachhaltig geformt hat. Maconie macht sich dann auf den Weg zu den Orten in Großbritannien, wo die historischen Ereignisse stattgefunden haben. Warum ist Großbritannien so wie es ist? Diese Frage ist Leitmotiv beider Bücher. Aber in Hope and Glory werden die Antworten sehr viel greifbarer, da sie mit tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen verknüpft sind, die noch heute ihren Schatten bzw. ihr Licht auf das heutige Vereinigte Königreich werfen. Es ist ein durch und durch mitfühlendes und humorvolles Reise- und Geschichtsbuch.


Emily Brontë, Wuthering Heights, 1847. On to one of the undisputed classics of English Romantic lit. It sets out with an unsuspecting visitor – Mr Lockwood of neighbouring Thrushcross Grange – finding shelter at Wuthering Heights, home of Heathcliff. He is put up in a room cannot find sleep. Amidst the howling of the storm outside he hears the voice of Cathy Earnshaw’s ghost who is roaming the moors and is scratching her nails across the window pane demanding to be let in. This haunting scene – immortalised in Kate Bush’s Wuthering Heights – prompts Lockwood to ask Nelly, his housekeeper and former employee at Wuthering Heights as to the history of his neighbour. Cathy is Heathcliff’s true and only love. It was disturbingly destructive kind of love that drove Cathy to her death and Heathcliff to bitterness. No guidebook could ever convey a more fitting image of rural England – Yorkshire in this case – and its people, than Brontë’s novel.

Einer der unangefochtenen Klassiker der Englischen Romantischen Literatur. Der Roman beginnt mit einem ahnungslosen Besucher – Mr Lockwood vom Nachbargut Thrushcross Grange – der auf Wuthering Heights Schutz und Unterschlupf vor einem Scheesturm sucht. Dort wohnt Heathcliff. Lockwood wird in einem Zimmer untergebracht, in dem er keinen Schlaf findet. Im Heulen des Sturms draußen hört er die Stimme von Cathy Earnshaws Geist, der über die Heide wandert und mit den Nägeln über die Fensterscheibe von Lockwoods Schlafgemach kratzt. Cathy will eingelassen werden. Diese packende Szene – von Kate Bush in ihrem Wuthering Heights unsterblich gemacht – veranlasst Lockwood dazu, seine Haushälterin Nelly, die früher auf Wuthering Heights angestellt war, über die Vergangenheit des Anwesens zu befragen. Cathy is Heathcliffs wahre und einzige Liebe. Eine beunruhigend zerstörerische Liebe, die Cathy in den Tod und Heathcliff in die Bitterkeit trieb. Kein Reiseführer könnte je ein passenderes Bild der englischen Landschaft und ihrer Bewohner zeichnen als Emily Brontë’s Roman.

Also highly recommended | Ebenfalls hochgradig lesenswert

Stephen Fry, The Liar, 1991.
everything you need to know about English public schools (which are private schools); very funny
alles, was man über englische Privatschulen wissen muss; urkomisch

Stephen Fry, The Hippopotamus, 1994.
everything you need to know about life in a noble English country estate; hilarious
alles was man über das Leben in einem noblen englischen Landhaus wissen muss; zum totlachen

Conan Doyle, Sherlock Holmes Stories, from 1887.
everything you need to know about “London, that great cesspool into which all the loungers and idlers of the Empire are irresistibly drained.” (A Study in Scarlet, ch. 1)
alles was man über London wissen muss, die “Kloake, in der früher oder später alle Bummler und Faulpelze des Reiches landen.” (Studie in Scharlachrot, 1. Kap.)

P.G. Wodehouse, Jeeves and Wooster Stories, from 1915.
everything you need to know about the upper classes’ idleness and about valeting; also as a tv series starring Stephen Fry and Hugh Laurie
alles was man über Müßiggang in der Oberklasse und über Kammerdiener wissen muss; auch als Fernsehserie mit Stephen Fry und Hugh Laurie


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3 Responses to “Fair Isle”

  1. marco Says:

    du solltest dir auch noch “Fish & Fritz” und “Bitte ein Brit” von Wolfgang Koydl anschauen, wenn du sie nicht schon längst kennst. die sind beide so witzig, dass du es nicht aushältst 😉

  2. Steffen Says:

    Marco, danke für die Tips. Fish & Fritz hab ich gelesen. Ist wirklich sehr witzig. Allerdings läuft sich die Komik des vorfristig zu verfassenden Nachrufs schnell – Achtung pun – tot. Auch klingt mir Koydls Ton oft etwas herablassend.
    Aber die Erlebnisse, die er erzählt, sind tatsächlich superwitzig. Und die Frustration mit dem englischen Gesundheitswesen können wir inzwischen auch nachvollziehen.
    Und seine Frau heißt Katja. 🙂

  3. marco Says:

    ach je, da hast du ja schon vor ewigkeiten geantwortet… ich habe das erst heute gemerkt. in alter facebook-manie war ich davon ausgegangen, dass ich benachrichtigt werden würde… und das, obwohl ich gar nicht mehr bei facebook bin… grins.

    ich fand koydl nicht herablassend. ich denke, dass man die übertreibungen wohl hinnehmen muss. er geht ja auch mit den deutschen nicht zimperlich um.

    ich war nur ein mal in england beim arzt und fand das total witzig: hatte was von miss marple, die mit allen zur verfügung stehenden mitteln den übeltäter findet.

    guten start euch beiden ins neue jahr!

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